GardaConcierge widmet sich mit dieser Reiseführerserie einem neuen Thema, dem Sporturlaub am Gardasee. Im ersten Abschnitt geht es um Sportarten am Gardasee: Ob mit dem Segel- oder Motorboot, auf oder unter der Wasserfläche des Sees – diese Wassersportarten sollte man ausprobieren!

Segeln
sport acquatici velaSegeln ist nicht nur die beliebteste und älteste Sportart auf dem Gardasee, sondern die mit den häufigsten Wettbewerben. Regatten sind Teil der Gebietsmeisterschaften, häufig werden aber auch internationale Wettbewerbe und sogar Weltmeisterschaften ausgetragen. Es gibt zahlreiche Segelclubs, Vereine und Marineverbände sowie Jachtclubs an allen Seeufern. Die Lage des Gardasees und seine Umgebung machen ihn zu einem idealen Umfeld für Sportarten wie dem Segeln, das neben dem Wasser auch bestimmter Wetterbedingungen bedarf. Genauer gesagt ermöglichen die zwei Winde Pelèr und Ora das Betreiben dieser Sportart, indem sie in entgegengesetzte Richtungen wehen und so für ständige Luftbewegung sorgen. Für Segelsportler ist der Gardasee ein ideales Regattafeld, aber auch Anfänger finden hier optimale Bedingungen und gut ausgestattete Einrichtungen vor, die ihnen bei diesem Abenteuer zur Seite stehen.

Windsurfen
sport acquatici windsurfAuch hier gibt es ein Segel, aber das Boot wird zu einem einfachen Surfbrett: Beim Windsurfen besteht die für Wenden und Halsen, die auch beim Segeln wichtigsten Manöver, verantwortliche Mannschaft nur aus einer Person. Die zum Segeln nötigen Winde tragen auch bei diesem Sport zum Gelingen bei, die Vorschriften auf dem See tun das Übrige: Auf dem nördlichen Gardasee, der zur Region Trentino gehört, sind Motorboote untersagt. Die Windsurfzentren befinden sich aber außer in Riva del Garda und Torbole auch in dem in den Regionen Venetien und Lombardei liegenden südlicheren Teil des Gardasees: Malcesine, Brenzone und Torri del Benaco in der Provinz Verona; Limone, Campione, Moniga, Padenghe und Sirmione in der Provinz Brescia. In Campione z.B. organisiert der Verband “Windsurfer Garda Lake” die Regatta “Windsurf Crazy Race – Campione to Pra”, einen Amateur-Wettbewerb, bei dem die Teilnehmer auf dem Surfbrett auch um den besten Stil und die beste Verkleidung wetteifern.

Kitesurfen
sport acquatici kitesurfDas Kitesurfen kann als eine Weiterentwicklung des Windsurfen verstanden werden – mit einem grundlegenden Unterschied: Es gibt sowohl ein Board, als auch ein Segel, aber keine Verbindung zwischen beiden. Als Kite wird der Lenkdrachen bezeichnet, mit Hilfe dessen das Board auf der Wasseroberfläche entlanggleitet, der aber auch Sprünge und Tricks in der Luft ermöglicht. Anders als beim Windsurfen bedarf es beim Kitesurfen keines besonders starken Windes, vielmehr kann man ja nach gegebenen Wetterbedingungen den Lenkdrachen in der passenden Größe auswählen. Die Sportart wird vor allem am nördlichen Gardasee praktiziert (von Malcesine am Ostufer bis Torbole und Riva sowie Campione am anderen Ufer), wo es bestimmte Zeiten gibt, in denen nur Kite- und Windsurfer auf dem Wasser erlaubt sind. Genau in diesen Gebieten hat in den letzten Jahren die Zahl der Sportzentren und -vereine zugenommen, die Unterrichts- und Informationsangebote bieten sowie Ausrüstung verleihen.

Wasserski und Wakeboarden
sport acquatici sci nauticoBei den nächsten beiden Sportarten, dem Wasserski und Wakeboarden, wird das Segel durch den Motor eines Motorboots ersetzt. Diese Sportarten werden besonders im zentralen und südlichen Teil des Gardasees ausgeübt, da im oberen, im Trentino liegenden Teil des Sees das Fahren mit Motorbooten untersagt ist. An den zahlreichen Häfen am Ostufer (von Peschiera bis Brenzone) und Westufer (von Padenghe bis Gardone Riviera) gibt es Motorboot-, Wasserski- und Wakeboardverleihe sowie Schulen für alle, die den Sport ausprobieren wollen. Die zwei Sportarten Wasserski und Wakeboarden unterscheiden sport acquatici wakeboardsich in der Form und Art des Fortbewegungsmittels. Beim Wasserski gibt es zwei oder einen Ski, deren bzw. dessen Beschaffenheit je nach der gewählten Spezialität variiert: Slalomski mit einer mobilen, 5 bis 8 cm tiefen Aluminiumfinne, Sprungski mit einer festen, kleineren Finne und Trickski ohne Finne. Das Board beim Wakeboarden ist hingegen relativ einheitlich und kommt den Wünschen der Fahrer durch Modifikationen an technischen Details oder Materialien nach. Wasserski und Wakeboarden sind Sportarten, die vor allem auf dem See betrieben werden, d.h. in einer Umgebung mit niedrigem Wellengang. Der Gardasee bietet darüber hinaus auch ein einmaliges Panorama.

Parasailing
sport acquatici parasailingAuch beim Parasailing wird man durch ein Motorboot gezogen. Parasailing unterscheidet sich von den bisher genannten Sportarten allerdings dadurch, dass es keinen direkten Wasserkontakt gibt. Der Fallschirm öffnet sich durch den Sog, der durch das fahrende Motorboot entsteht, mit dem der ordnungsgemäß angeseilte, eine Schwimmweste tragende Pilot verbunden ist. Mit steigender Beschleunigung des Bootes wird der Fallschirm in die Höhe gezogen, wobei diese von der Leinenlänge abhängt. Beim Abstieg wird die Leine eingezogen, so dass der Pilot samt Fallschirm bequem auf dem Motorboot landen kann. Parasailing hat den Vorteil, für Menschen jeden Alters und jedweder körperlichen Verfassung geeignet zu sein, da es keines Trainings bedarf. Parasailing am Gardasee ist ein einzigartiges Erlebnis und bietet einen herrlichen Panoramablick von oben. In Bardolino und Lazise am Ostufer des Gardasees liegen zwei Parasailingzentren.

Kanu-, Kayakfahren und Stehpaddeln
sport acquatici canoaZurück zum Wasser, diesmal ohne Motoren und Segel – jetzt geht es um die Sportarten Kanu-, Kayakfahren und Stehpaddeln! Dabei ist zunächst eine Frage zu klären: Was ist der Unterschied zwischen dem Kanu- und Kayakfahren? Erst einmal unterscheidet sich das Kanufahren vom Rudern, bei dem das Team mit dem Rücken in Fahrtrichtung sitzt und mit Hilfe eines oder zweier Riemen paddelt. Das Boot hat dabei Rollsitze und ist schmal und leicht, um so den Wasserwiderstand soweit wie möglich zu reduzieren. Kanufahren ist hingegen der Sport, bei dem man das Boot von einem festen Sitz aus mit nur einem Paddel lenkt. Anders als der Ruderriemen ist das Paddel nicht über eine Rudergabel am Boot befestigt, sondern wird frei geführt. Grob gesagt ähneln sich also das Kanu- und Kayakfahren, während der Rudersport völlig anders abläuft.sport acquatici sup Der Gardasee ist für alle diese drei Sportarten ideal, da er Buchten, Felswände und Strände bietet, die man vom eigenen Boot aus bewundern kann. Fast alle Strände am Ost-, West- und Nordufer verfügen über Einrichtungen, in denen man Kanus oder Kayaks ausleihen kann, um sein Paddel während einer Erkundungstour in das Wasser des Gardasees zu tauchen. Und SUP? Mit dem Akronym SUP bezeichnet man das Stand Up Paddling oder Stehpaddeln, bei dem man von einem Surfbrett aus im Stehen paddelt. Ob das Stehpaddeln sich vom Fahren mit dem Kanadier, einem knieend gefahrenen Kanu, weiterentwickelt hat, oder aber vom Surfen, da es auf einem dem Surfbrett ähnlichen Longboard betrieben wird, ist dabei nicht entscheidend. Wichtig ist nur, dass diese Sportart Jung und Alt gleichermaßen gefällt. Auch hierbei sind Sportzentren im ganzen Gardaseegebiet präsent. Einige davon, wie z.B. in Manerba del Garda, bieten interessante Varianten an, bei denen SUP mit Fitnesstraining und Pilates verbunden ist.

Tauchen
sport acquatici immersioneNach all den Sportarten, die sich auf der Wasseroberfläche oder sogar im freien Flug abspielen, ist es nun an der Zeit, abzutauchen: Denn Tauchen ist eine der beliebtesten Sportarten am Gardasee. Der vor über 60 Millionen Jahren aus einem Gletscher geformte Gardasee ist bis zu 300 Meter tief. Unter dem Wasser gibt es die an einigen Stellen das Ufer säumende Steilwände, die von den Stränden zum Seegrund reichenden Klippen und Felsen sowie mit Algen und dicht mit Fischen besiedelte Bereiche. In den zahlreichen Tauchzentren kann man Tauchausrüstung ausleihen und sich über mögliche Tauchziele informieren. Vom Norden ausgehend weisen wir auf einige Punkte von Interesse hin: In Riva del Garda, in der Nähe des Hafen San Nicolò, sport acquatici immersione befindet sich der von Rivano Germano Alberti geschaffene “Schweigende Jesus” in einer Tiefe von 18 Metern unter der Wasseroberfläche. Weiter südöstlich, in Malcesine, trohnt das eiserne, funktionstüchtige Kajütboot “Delsy” in einer Tiefe von 30 Metern. Im Gebiet um Torri del Benaco weist der See vor dem Monument einen großen Fischbestand auf. Auf einer Tiefe von etwa 25 Metern gibt es eine kleine Grotte, in der die Krippe von Torri steht. Nicht versäumen sollte man auch die “Garage” auf dem Boden des Gardasees, in dem ein Renault und ein Tretboot auf je 18 und 21sport acquatici immersione Metern stehen. Weiter südlich, vor Lazise, befinden sich die Überreste einer Flotte der Republik von Venedig aus dem 16. Jahrhundert, die Anfang der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts entdeckt wurde. Das venezianische Wrack ist gut erhalten, vor allem dank des schlammigen Untergrunds, der seinen Zerfall verhindert hat. Am Westufer, in Sirmione, ist das Wasser vor den “Grotte di Catullo” ein idealer Trainingsplatz für Anfänger; in Manerba del Garda gibt es im Gebiet der Rocca interessante Punkte für erfahrenere Taucher. Die Isola del Garda vor San Felice del Benaco bietet einmalige Ausblicke und unglaubliche Tiefen. Zuletzt sind in Salò Überreste von kleinen Wracks sichtbar – von einer Tiefe von 10 bis zum Berardi-Wrack auf einer Tiefe von 34 Metern. Kurz gesagt bietet der Gardasee Taucherlebnisse für jeden Geschmack!