Die Reihe der Reiseführer von GardaConcierge zum Natururlaub schließt mit einem Segement zur Pflanzen- und Tierwelt: Der Flora und Fauna des Gardasees.

Die Zitronenriviera
flora e fauna riviera dei limoni 02Hinter dem Namen ‘Zitronenriviera’ verbirgt sich der Teil des Gardaseeufers, der sich vom Hinterland des Golfes von Salò bis Limone im Norden erstreckt. Seit langem prägt der Zitronenanbau die hiesige Wirtschaft. Die Gegend kann sich zudem rühmen, die nördlichste italienische Region zu sein, in der Zitronen wachsen. Zitronen und Zitronenhäuser bestimmen die Landschaft mit ihren Terrassengärten, die den Zitronenanbau erst möglich gemacht haben. Mit der Zeit hat sich dieser im Preiswettbewerb allerdings als zu kostspielig herausgestellt, weshalb vor allem die traditionsgebundene Pflanzung weiterbetrieben wird. Eine der berühmtesten Orte ist in diesem Zusammenhang das Zitronengewächshaus (it. ‘Limonaia’) in Limone. Die ‘Limonaia del Castel’ weist die typische Stufenstruktur auf, bei der die einzelnen Ebenen mit Pfeilern und Steinmauern abgestützt werden. In der Sommerzeit finden hier Veranstaltungen statt, darunter Verkostungen und geführte Besichtigungen am Abend, wenn das Zitronengewächshaus in eindrucksvollen Farben erstrahlt. Zu den Zitrusfrüchten, welche die Zitronenriviera berühmt gemacht haben, zählen auch die Orange, die Mandarine und die Zitronatzitrone. Am Westufer des Gardasees spielen daneben andere Kulturen eine Rolle, darunter die Weinrebe und der Olivenbaum. Durch die Nähe zum Wasser bietet der Gardasee ein mildes, submediterranes Klima. Auf der Höhe der Berghänge, die den Gardasee umgeben, wird das Klima dann alpin und trägt so zur Vielfalt der Pflanzen- und Tierwelt in der Gegend bei.

Die Olivenriviera
flora e fauna rivera degli olivi 01Am anderen Seeufer liegt die sogenannte ‘Olivenriviera’, die ihren Namen der Präsenz von über 200 Olivenarten verdankt. Auch der Anbau dieser Frucht blickt auf eine lange Geschichte zurück: Er begann schon zur Zeit der Etrusker und wurde dann durch die Römer verbreitet. Auch wenn nur das Ostufer als ‘Olivenriviera’ bezeichnet wird, geht der Olivenanbau darüber hinaus, so wie auch der Zitronenanbau nicht auf das Westufer beschränkt ist. Das Klima beider Ufer ähnelt sich in Seenähe und ändert sich erst bei zunehmender Höhe deutlich. Weitere für die Olivienriviera typische Pflanzen sind die Zypresse sowie der Oleander und die Wildrose. Während der Zitronenanbau im Gebiet um Brescia der Konkurrenz im Süden nicht standhalten konnte, spielt der Olivenanbau noch immer eine wichtige Rolle in der hiesigen Wirtschaft: In allen an den Gardasee angrenzenden Provinzen wird das Olivenöl “Olio Garda DOP” produziert, das mit dem DOP-Siegel, einer geschützten Ursprungsbezeichnung für Lebensmittel, ausgezeichnet wurde. An dieser Stelle sei auf das dem Olivenöl und seiner Produktion gewidmete Museum hingewiesen, das sich in Bardolinos Ortsteil Cisano befindet.

Der Monte Baldo
flora e fauna monte baldo 01In Bezug auf die Vegetation ist die Gegend um den Monte Baldo vielleicht die interessanteste; nicht umsonst ist der malerische Berg auch als “Garten Europas” bekannt. Das Massiv des Baldo liegt nordwestlich vom Gardasee in den Provinzen Trient und Verona. Mit einer Gesamthöhe von über 2000 Metern weist der Monte Baldo eine breitgefächerte Vegetation auf, die sich in vier Abschnitte unterteilen lässt: Mediterran, montan, boreal und alpin. Die Pflanzenwelt im untersten, mediterranen Abschnitt ähnelt der am Gardaseeufer; tatsächlich werden auch hier Oliven angebaut. Unter den Bäumen ist die Steineiche, die Eiche und die Hainbuche zu erwähnen, unter den Sträuchern der Kapern-, Lorbeer- und Rosmarinstrauch sowie weitere Arten. Die montane Vegetation des Monte Baldo befindet sich auf einer Höhe zwischen 700 und 1500 Metern. Hier finden sich unter anderem Buchen-, Linden-, Weißtannen- und Lärchenwalder. Nicht zu vergessen sind auch die mit Wildkraut bewachsenen Flächen, die als Weideplätze dienen. In der borealen Landschaft weiter oben blühen weiße Krokusse, Enzian und Windröschen. Unter den Bäumen sind die Latschenkiefer, der Vogelbeer- und Sadebaum und das Heidekraut. Der höchstgelegene Abschnitt des Garten Europas ist der alpine Teil. Dieser liegt über 2000 Metern Höhe und erstreckt sich daher nur über eine kleine Fläche. Die felsige Gegend weist somit wenige Arten auf, darunter die Alpenrose und das Fingerkraut. Zur Tierwelt des Monte Baldo zählen Säugetiere und Vögel. Unter ersteren sind der Hirsch, das Reh, der Gämsbock, der Hermelin, das Murmeltier, der Dachs und das Eichhörnchen. Die vielfältige Vorgelwelt umfasst unter anderem den Steinadler, die Eule, den Uhu, den Kolkraben, den Wiedehopf, den Specht, das Auerhuhn, den Buchfink und die Lerche.

Das Wasser des Gardasees
flora e fauna le acque del gardaKommen wir nun zu der für den Gardasee selbst typischen Fauna, beginnend mit den über 25 Fischarten, die im Gardasee leben. Die ortsspezifische Gardaseeforelle findet sich vorzugsweise im nördlichen Teil des Sees. Da sie sich bei Tisch großer Beliebtheit erfreut, war und ist sie durch Überfischung vom Aussterben bedroht. Die sinkende Wasserqualität und die Konkurrenz durch fremde Fischarten trägt ihr Übriges dazu bei. Zu den einheimischen Fischen, die traditionell am Gardasee serviert werden und bei den Volksfesten vor Ort eine große Rolle spielen, zählen die Ukeleie, der Aal, der Hecht, die Schleie und die Seeforelle. Karpfen, Renke und drei Barscharten (Barsch sowie Sonnen- und Forellenbarsch) sind hingegen fremde Fischarten, die eigentlich in anderen Ökosystemen heimisch sind. Der Gardasee ist auch die Heimat verschiedenster Wasservögel: Darunter sind vor allem Enten, Schwäne, Reiher, Wasserhühner und Möwen. Die Zahl der am Gardasee lebenden Pelikane und Flamingos hat hingegen stark abgenommen und fast zu ihrem Verschwinden geführt.